Das Timmelsjoch

Eine Tour über das Timmelsjoch ist in mehrfachem Sinne lohnend: Sie ist ein Architekturerlebnis, wird begleitet von fabelhaften Naturpanoramen, führt auf historische Spuren und ist landschaftlich gesehen einer der schönsten Brückenschläge zwischen Nord- und Südtirol. Mit 2.509 Metern ist es Österreichs höchstgelegener Straßengrenzübergang und hat angesichts der exponierten Hochgebirgslage und der damit verbundenen Schneemassen (bis zu 10 m) nur viereinhalb Monate im Jahr geöffnet.


Zunächst ist der architektonischen und straßenbaulichen Leistung Respekt zu zollen. Die Errichtung der Timmelsjochstraße erfolgte zwischen 1955 und 1959 aufgrund der jahreszeitlichen Beschränkung in nur 17 Monaten Bauzeit. Sie galt zwar als Zäsur für den Übergang vom manuellen zum mechanischen Straßenbau, doch wurde vieles noch in mühevoller Handarbeit erledigt – eine echte Pionierleistung!


Von der Gletscherwelt hinab in die Weinberge Südtirols

Während sich das Asphaltband im hinteren Ötztal zur Passhöhe hinaufwindend, geraten die Gletscherregionen ins Blickfeld und erscheinen bald schon derart nah, dass man sich mit ihnen auf Augenhöhe wähnt – eine fantastische Kulisse. Nicht weniger beeindruckend ist der Ausblick auf der anderen Seite, wo das steil abfallende Gelände nur mit etlichen Serpentinen bezwungen werden konnte. Das Passeiertal gilt als eines der urigsten und landschaftlich vielfältigsten Täler Südtirols. An der Vegetation wird deutlich, dass auf nur wenigen Straßenkilometern mehrere klimatische Höhenstufen überwunden werden.


Spannend sind auch die historischen Spuren.
Siedlungs- und kulturgeschichtlich gesehen, führte der Weg übers Timmelsjoch vom Passeiertal herüber ins Ötztal, wobei schon steinzeitliche Hirten, die in Obergurgl ab 6.300 v. Chr. nachgewiesen sind, den Übergang benutzt haben dürften. In der frühen Neuzeit erlebte der Handel über den „Timmel“ zwischen dem Inntal und der Landeshauptstadt Meran eine Blüte. Später wurde er zu einer beliebten Schmugglerroute. Näheres lässt sich in dem Passmuseum erfahren, dass nicht das einzige futuristisch anmutende Bauwerk am Wegesrand und einen Besuch wert ist.


Der Grenzübergang ist von Anfang Juni bis ca. Mitte Oktober täglich von 7.00 bis 20.00 geöffnet.

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