Der Stuibenfall

Ein Wirbeln und Walzen, Strudeln und Stieben, eine unbändige Kraft, die auf die Felsen drischt. 



Wenn nach Dutzenden von Metern im freien Fall rund 600 Liter pro Sekunde und mitunter bis zu 2.000 auf blankem Gestein aufschlagen, wirkt Wasser wie ein wütendes Element. Und dennoch schwingt in dem Tosen etwas Beruhigendes, Vertrautes mit – fesselnd und faszinierend.

Unter allen Gewässern zieht ein Wasserfall wohl am stärksten in seinen Bann. Zumal solch ein großartiger, wie er hier über die Klippe des Tauferbergs stürzt. Seine wehenden Wasserfahnen, das Stäuben – im Ötztaler Dialekt das Stuiben – gaben ihm den Namen. Treffend und würdig für den größten Wasserfall Tirols, der über zwei Steilstufen 159 Meter herabtobt.

Das grandiose Schauspiel geht zurück auf den Köfler Bergsturz vor etwa 8.000 bis 9.000 Jahren, als die Sturzmasse – der heutige Tauferberg – nicht nur eine Barriere im Ötztal bildete, wodurch ein großer See und in der Folge das Längenfelder Becken entstand. Auf der gegenüberliegenden Talseite wurde auch der Abfluss des Horlachbaches verschüttet, weshalb sich in Niederthai ebenfalls eine Seenlandschaft bildete. – Bis der Wildbach die Gesteinsbarriere durchbrach. Ein schönes Sinnbild dafür, Rudiment ist die Naturbrücke: ein vom Wildbach wahrscheinlich über Jahrtausende gegrabenes, durchschlagenes Felsentor, kurz bevor die Wassermassen fallen.

Die Gestaltungskraft und überschießende Energie des Wassers im reizvollen Wechselwirkung mit der größtenteils beschaulichen Umgebung, sprich das bezaubernde Naturschaupiel ist nicht das einzige, was den Besuch des Stuibenfalls belohnt und begeistert. So wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass die an Wasserfällen in Aberzahl aufsteigenden negativ geladenen Sauerstoffmoleküle das Immunsystem stimulieren, die Reinigungswirkung der Schleimhäute des Atemtrakts verstärken und somit auch Asthma entgegenwirken. Womöglich rührt es daher, dass beim Verweilen am Rande des Stuibenfalls sich die Brust zu weiten scheint und gelegentlich ein wohliger Schauer aufsteigt.

Der Titel „Kraftplatz“ für die vom Gletscherschliff geformte kleine Felsebene mit dem fabelhaften Ausblick ist jedenfalls gut gewählt. Ebenso wie die Positionierung der Aussichtsplattformen des 2016 eröffneten neuen Weges. Die Stahlkonstruktion mit ihren 720 Stufen und der 80 Meter langen Hängebrücke ergibt einen spannenden Kontrast zur urwüchsigen Landschaft und der Naturgewalt des Wassers. Ob dem Stuibenfall entlang hinauf oder hinab: Das einmalige Erlebnis dieser Wanderung sei jedem empfohlen. Genauso natürlich die Begehung des Klettersteigs. Und nicht zu vergessen das besondere Farbenspiel, wenn die hinunterfegenden Fontänen bei Einbruch der Dunkelheit beleuchtet werden – jeweils am Mittwochabend!

Wir würden uns freuen, Ihnen vor oder nach dem kleinen Abenteuer eine Stärkung kredenzen zu können. Hier im Gasthof, der den Namen des Naturjuwels trägt. Die Großeltern von Wirtin und Gastgeberin Erika betrieben einst eine Mühle, und die Romantik des Plätzchens unweit des Stuibenfalls hat sich durchaus erhalten. Direkt neben unserem Haus rauscht der Horlachbach der Felskante entgegen. Eine angenehme Melodie in unseren Ohren, die Sie als Auftakt oder auch Ausklang Ihres Stuibenfall-Besuchs verstehen könnten.

Gemeint ist freilich der Wasserfall, mit seinen herrlich stäubenden Sprühnebeln und der erfrischenden Gischt.

 

 

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